From the magazine Pflegerecht 1/2012 | S. 1-1 The following page is 1

Editorial

Es freut mich, Ihnen, liebe Leser, die erste Ausgabe der neu im Stämpfli-Verlag alle drei Monate erscheinenden Zeitschrift Pflegerecht – Pflegewissenschaft präsentieren zu können. Verlag und Redaktion sind überzeugt davon, dass sich die Problematik, wie alte und auch junge Menschen betreut und gepflegt werden sollen, in den nächsten Jahren und Jahrzehnten verschärfen wird. Allein die demografisch bedingte Zunahme der hilfsbedürftigen Personen, die stetig steigenden Pflegekosten und die sich verschlimmernde Knappheit an Betreuungs- und Pflegepersonal sind Begleiter der zukünftigen Entwicklung.

Die neue Zeitschrift soll interdisziplinär, für Juristen und Nichtjuristen gleichermassen, als Printmedium und online (www.pflegerecht.ch) über pflegerelevante Themen informieren. Geplant sind fünf Foren:

  • Wissenschaft: Dieses Forum enthält vertiefte Analysen zu aktuellen pflegerechtlich und -wissenschaftlich relevanten Fragen.
  • Gesetzgebung: In diesem Forum soll über pflegerelevante parlamentarische Vorstösse, Vernehmlassungen, Gesetzesänderungen und Kreisschreiben primär des Bundes informiert werden.
  • Rechtsprechung: Dieses Forum bietet eine Übersicht und Kommentierung von pflegerelevanten Urteilen (Bundesgericht, ausgewählte kantonale Gerichte, europäischer Menschengerichtshof, Europäischer Gerichtshof, ausgewählte ausländische Gerichte).
  • Der konkrete Fall: Dieses Forum richtet sich in doppelter Weise an die Leser. Sie sollen die Möglichkeit haben, der Redaktion konkrete Fälle zu unterbreiten, die dann von einem Redaktor beantwortet werden. Die Leser sollen so die eigenen Sorgen und Rechtsfragen des Alltags mit anderen Lesern teilen können. Fühlen Sie sich deshalb frei, Ihre konkreten Fragen der Redaktion (redaktion@pflegerecht.ch) zu stellen.
  • Neuigkeiten: Das letzte Forum gewährt einen Überblick über pflegerelevante Neuigkeiten (Studien, Literatur, Veranstaltungen, Links etc.)

Die erste Ausgabe enthält eine bunte Mischung. Im Forum Wissenschaft nehmen Peter Breitschmid und Caroline Wittwer eine Standortbestimmung vor und gehen der Frage nach, was denn das Pflegerecht überhaupt für eine Rechtsmaterie ist. Angela Hensch widmet sich den vielfältigen arbeitsrechtlichen Fragen des Spitexalltags. Nina Gammenthaler schliesslich informiert über die rechtlichen Rahmenbedingungen der Anerkennung von Pflegefachdiplomen.

Die beiden Foren Gesetzgebung und Rechtsprechung sind thematisch ebenfalls breit aufgestellt. Einer Zusammenfassung der in jüngster Zeit in Bundesbern behandelten parlamentarischen Vorstösse folgt ein Überblick über die am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen Neuerungen. Hervorzuheben sind insbesondere die Revision der Betreuungsgutschriften und die Einführung des Assistenzbeitrages im Rahmen der IV-Revision 6a. Die Rechtsprechungsübersicht umfasst elf Urteile aus den Bereichen Arbeits-, Sozialversicherungs-, Haftpflicht- und internationales Recht.

Der konkrete Fall widmet sich der Frage, ob bei Patienten, die zu Hause einen Herzstillstand erleiden, eine Reanimation zu erfolgen hat, auch wenn keine Patientenverfügung vorhanden ist, und welches die rechtlichen Folgen sind, wenn eine Reanimation pflichtwidrig unterlassen wird. Thomas Gächter und Brigitte Blum beantworten diese Fragen.

Es bleibt mir, Ihnen, liebe Leser, viel Vergnügen bei der Lektüre zu wünschen und zu hoffen, dass die Zeitschrift Pflegerecht – Pflegewissenschaft einen guten Anklang findet.

Ihr

Prof. Dr. iur. Hardy Landolt LL.M.