From the magazine Pflegerecht 3/2016 | S. 181-183 The following page is 181

Nr. 83

Urteil des Bundesgerichts, I. sozialrechtliche Abteilung, vom 8C_571/2015

Unfallkausalität bei nicht objektivierbaren Schädigungen und degenerativen Vorzuständen der Wirbelsäule

Bei der Beurteilung der natürlichen Kausalität bei unfallbedingten Rückenbeschwerden wird danach unterschieden, ob es sich um eine richtungsgebende Verschlimmerung handelt oder nicht. Im ersten Fall wird der Zustand, wie er vor dem Unfall bestanden hat, nach drei bis vier Monaten, im zweiten Fall in der Regel nach sechs bis neun Monaten wieder erreicht. Die Frage der Adäquanz bei Beschwerden nach einem Auffahrunfall wird nach der sogenannten «Schleudertrauma-Praxis» geprüft.

Sachverhalt

Die diplomierte Pflegefachfrau A. rutschte am 2. November 2012 beim Auffangen einer stürzenden Patientin aus. In der Notaufnahme wurde ein lumbospondylogenes Schmerzsyndrom (Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule) nach Verhebetrauma diagnostiziert. Am 19. Dezember 2012 erlitt A. einen weiteren Unfall: Als A. ihr Auto anhielt, um…

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