From the magazine Pflegerecht 4/2016 | S. 194-207 The following page is 194

Der nicht entscheidungsfähige Patient

Patientenverfügung, keine Patientenverfügung, unklare oder überholte Weisungen (1. Teil)*

Die Entscheidungsfähigkeit der Patienten ist an sich Voraussetzung für das Zustandekommen des Behandlungsvertrags. Dem hypokratischen Eid gehorchend, kann allerdings die Behandlung des nicht entscheidungsfähigen Patienten nicht unterbleiben. Die Vorstellung, in Phasen oder im Zustand beeinträchtigter Entscheidungsfähigkeit fremden Behandlungsentscheiden ausgesetzt zu sein, verträgt sich indes schlecht mit der Selbstwahrnehmung des gesunden, aufgeklärten, selbstbewussten Individuums. Umgekehrt unternehmen gerade diese selbstbewussten (und manchmal auch etwas selbstverliebten) Individuen oft wenig, um ihre Einstellung transparent zu machen; je nach Stimmungs- und Lebenslage oszilliert das Spektrum zwischen maximierter Lifestylemedizin im Rahmen der Grundversicherung und einem apathisch-erschöpften Wunsch, möglichst in Ruhe gelassen zu werden.

I. Einführung

Über Patientenverfügungen zur Überwindung der Entscheidungsunfähigkeit der betroffenen Person wurde schon viel, auch…

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