From the magazine Pflegerecht 1/2018 | S. 34-36 The following page is 34

Tattoos und Piercings in der Pflege aus arbeitsrechtlicher Sicht

Darf ein Spital oder ein Pflegeheim oder eine Arztpraxis dem Personal Vorschriften hinsichtlich Tattoos oder Piercings machen? Wie weit ist eine generelle Kleiderordnung durchsetzbar? Und welches sind die zulässigen Sanktionen, wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter trotzt anderslautender Anordnung ein Tattoo nicht abdeckt oder gegen die Kleidervorschriften verstösst? Ist gar eine Kündigung zulässig? Gerichtsurteile zu diesen Fragen im Pflegekontext sind bis jetzt in der Schweiz nicht ergangen. Dennoch lassen sich durch eine Analyse der bestehenden arbeitsrechtlichen Normen und Rechtsprechung aus verwandten Gebieten Leitlinien zum Umgang mit diesem neueren Phänomen ableiten.

I. Die arbeitsrechtlichen Grundlagen

Ausgangslage eines jeden Arbeitsverhältnisses ist vorab die betriebliche und arbeitsorganisatorische Unterordnung. Ausdruck davon bildet das Weisungsrecht, das für privatrechtliche Arbeitsverhältnisse in Art. 321d Obligationenrecht (OR) verankert ist. Ein Weisungsrecht…

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