From the magazine Pflegerecht 2/2016 | S. 79-91 The following page is 79

Verfassungsrechtliche Perspektive auf die Pendelmigration zur Alterspflege in schweizerischen Privathaushalten

I. Einleitung

In der Schweiz hat sich in den letzten Jahren – ähnlich wie in grossen Teilen Westeuropas – ein regelrecht boomender Markt für private Betreuungsdienstleistungen in Privathaushalten herausgebildet.1 Diese bezahlte Pflege- und Betreuungsarbeit wird überwiegend von Frauen ausgeführt, häufig von Migrantinnen. Insbesondere die Erwerbsverhältnisse der 24-Stunden-Betreuerinnen werden sowohl in den Medien als auch in der Politik wiederholt und teilweise äusserst kontrovers diskutiert.2 Im Mai 2012 beauftragte das Parlament deshalb den Bundesrat, zu prüfen, inwiefern die rechtlichen Rahmenbedingungen für diese Pendelmigrantinnen verbessert werden können.3

Der entsprechende Bericht wurde von einer departementsübergreifenden Arbeitsgruppe erarbeitet und knapp drei Jahre nach Annahme des Postulats Ende April 2015 vom Bundesrat verabschiedet.4 Er erläutert die übliche Funktionsweise der Betreuungsarrangements, die vorherrschenden Arbeitsbedingungen der 24-Stunden…

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