From the magazine Pflegerecht 3/2019 | S. 151-156 The following page is 151

Nähe und Distanz – Wissen und Geheimnisse

Bemerkungen zur familieninternen Informationslage in Gesundheitsbelangen

I. Ausgangslage

Wer hustet und niest, hält manchmal die Hand vor den Mund, weniger in der S-Bahn, aber vielleicht en famille zum Schutz der Angehörigen, die man nicht unbedingt am eigenen Unwohlbefinden beteiligen möchte.

Wohlbefinden in Beziehungen und Familie besteht aus Rücksichtnahme; Rücksichtnahme ist einesteils Zurückhaltung und Diskretion, aber auch Information und aktives Auf-den-andern-Zugehen, wenn es dessen Wohlbefinden dient und fördert. Das früher diskutierte «Recht auf Nicht-Wissen» im Sinne eines therapeutischen Privilegs1 – dass medizinische Fachpersonen einem Patienten nicht die ganze schreckliche Wahrheit einer infausten Diagnose an den Kopf werfen, sondern ihn im Unwissen einigermassen naiv-glücklich-uninformiert halten sollten – ist längst überholt, da nur jener über sich, sein Leben und seine Behandlung einen tauglichen Entscheid treffen kann, der über die notwendigen Entscheidungsgrundlagen verfügt.

Das Sich-um-andere-Kümmern ist Teil…

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