From the magazine Pflegerecht 3/2019 | S. 178-179 The following page is 178

Nr. 117

Bezirksgericht Brugg (Aargauer Zeitung 07.03.2019)

Fahrlässige Tötung, Freispruch

Gestattung eines Bades und Überwachungsintervall von einer halben Stunde nicht sorgfaltspflichtwidrig bei Patientin, deren Suizidalität nicht klar ist.

Sachverhalt

Eine freiwillig in eine psychiatrische Klinik eingetretene Patientin verstarb während eines Bades aus ungeklärter Ursache. Die Patientin war am Tage vor ihrem Klinikeintritt, angetrieben durch innere Stimmen, mitten im Winter in den Rhein gesprungen. Ob dies in suizidaler Absicht erfolgte, war nicht klar.

In der Klinik gestattete ihr die verantwortliche Pflegefachfrau der Spätschicht, ein Entspannungsbad zu nehmen, und unternahm im Halbstundentakt Kontrollgänge. Bei der ersten Kontrolle nach einer halben Stunde war alles in Ordnung. Beim zweiten Kontrollgang lag die Frau tot in der Badewanne. Ein rechtsmedizinisches Gutachten konnte nicht abschliessend beantworten, ob es sich um einen Unfall oder einen Suizid handelte. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage, da sie annahm, dass die…

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