From the magazine Pflegerecht 4/2019 | S. 226-228 The following page is 226

Ärztliche und ethische Perspektive

I. Einleitung

Obgleich Alkohol weltweit das am weitesten verbreitete, mit schädlichen Nebenwirkungen verbundene Genussmittel ist, das in Spitälern bei Mitarbeiteranlässen ausgeschenkt wird, und Patienten auch in vielen Privatspitälern Wein zum Essen angeboten wird, gilt die Abgabe von Alkohol an hospitalisierte Patientinnen und Patienten mit Alkoholabhängigkeit bei vielen Ärzten und Pflegenden als ein nicht mit dem Berufsethos zu vereinbarendes Tabu. In manchen Spitälern gilt für Patienten grundsätzlich ein Alkoholverbot.

Um im Spital bei einem alkoholabhängigen Menschen zu verhindern, dass dieser während des stationären Aufenthaltes ein Alkoholentzugsdelir (Verwirrungszustand) entwickelt, werden ihm statt kontrollierter Mengen Alkohol deshalb meist Benzodiazepine (starke Beruhigungsmittel) verabreicht. Die Dosierung richtet sich nach den Symptomen der Alkoholabstinenz bei körperlich von Alkohol abhängigen Patienten. Diese haben somit in aller Regel nicht die Wahl, ob sie…

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