From the magazine Pflegerecht 3/2016 | S. 166-169 The following page is 166

Arbeitsstandards in der 24-h-Betreuung: zwischen marktwirtschaftlicher Vertragslogik und Logik der häuslichen Sphäre

I. Einleitung

In der Schweiz boomt der private Markt für ambulante Pflege-, Betreuungs- und Haushaltsdienste. Seit ein paar Jahren etabliert sich ein Rotationssystem von osteuropäischen Pendelmigrantinnen, die als Live-ins in Privathaushalten von pflegebedürftigen älteren Menschen Rund-um-die-Uhr-Betreuung leisten. Damit wird das private Zuhause – ein Ort, in dem traditionell unbezahlte, meist weibliche Care-Arbeit dominiert – zu einem Arbeitsplatz, an dem Lohnarbeit geleistet wird. Die Arbeitskräfte auf diesem Markt sind weiterhin hauptsächlich Frauen, jedoch geht die Kommerzialisierung von Care-Arbeit mit einer Transnationalisierung des Arbeitsmarktes einher. In der 24-h-Betreuung sind es Pendelmigrantinnen aus Polen, Ungarn, der Slowakei und anderen osteuropäischen Staaten, die im Rahmen der Personenfreizügigkeit grenzüberschreitend ihre Arbeitskraft anbieten. Profitorientierte und transnational agierende Vermittlungs- und Verleihagenturen spezialisieren sich darauf, temporäre…

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