From the magazine Pflegerecht 3/2019 | S. 157-160 The following page is 157

Zwangsmassnahmen in der somatischen Kinder- und Jugendmedizin

I. Einleitung

Der vorliegende Beitrag befasst sich mit der Wertungsfähigkeit als Teilaspekt der Urteilsfähigkeit von Minderjährigen im Zusammenhang mit längerfristigen Behandlungsvereinbarungen und deren (zwangsweisen) Durchsetzung bei Nichtbefolgen durch das Kind oder den Jugendlichen. Die Urteilsfähigkeit ist Dreh- und Angelpunkt bei der Frage der Rechtmässigkeit einer medizinischen Behandlung als Eingriff in die körperliche Integrität und bei der Abgrenzung zwischen Selbst- und Fremdbestimmung.1 Liegt sie vor, kann auch der minderjährige Patient gültig in eine Behandlung einwilligen oder diese ablehnen.2 Muss sie im konkreten Fall verneint werden, sind die Eltern berechtigt bzw. verpflichtet, stellvertretend in die Behandlung einzuwilligen.3Dabei sind der Wille des Kindes und das Kindeswohl zu beachten. Auch das urteilsunfähige Kind soll beim Entscheid über die Behandlung partizipieren können.4

II. Fallvignette

Die Wertungsfähigkeit und die damit einhergehenden…

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