From the magazine Pflegerecht 3/2019 | S. 179-180 The following page is 179

Nr. 118

Bezirksgericht Zürich (nicht rechtskräftig, Tagesanzeiger 06.06.2019)

Fahrlässige Tötung, Verzicht auf Bestrafung

Das Entstehenlassen einer Überwachungslücke bei der Aufsicht über einen suizidgefährdeten Patienten ist sorgfaltspflichtwidrig. Mindestens Rücksprache mit dem Arzt ist erforderlich. Auf eine Bestrafung kann verzichtet werden, sofern das Strafverfolgungsinteresse gering ist, etwa aufgrund eines getroffenen Vergleichs zur Wiedergutmachung des Schadens und der Erklärung der Angehörigen, an einer Strafverfolgung nicht interessiert zu sein.

Sachverhalt

Ein depressiver Patient war zur Durchführung einer Gefässoperation im Universitätsspital Zürich stationär aufgenommen. Während einer kurzen Zeit ohne Aufsicht sprang der Patient aus einem Fenster im fünften Stockwerk und kam infolge des Sprungs zu Tode. Die Lücke in der Aufsicht über den Patienten kam dadurch zustande, dass eine für die Nacht eingeteilte Sitzwache Schichtende hatte und die Ehefrau, die üblicherweise nicht von seiner Seite wich, noch nicht im Spital angekommen war.

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