From the magazine Pflegerecht 3/2015 | S. 176-179 The following page is 176

Versichert, aber nicht versorgt!

Nicht in allen Teilen authentischer Erfahrungsbericht eines tetraplegisch gelähmten Juristen.

Vor bald 35 Jahren verunfallte ich in der Schule, als ein Stoss eines – ebenso wie ich testosterongeplagten – älteren Schulkameraden mich aus dem Fenster des Pausenraums ins Freie bugsierte. Die Kräfte des Aufpralls auf dem Schulhausareal verschoben die Halswirbelsäule um eineinhalb Zentimeter und verursachten eine Tetraplegie. Die bisherige Vita als Querschnittsgelähmter war in mehrfacher Hinsicht aufschlussreich. Als 14-jähriger Adoleszenter musste ich zunächst lernen, dass die mit dem keimenden Teenageralter beginnende Freiheit jäh zerstört wurde, als die behandelnden Ärzte im damaligen Schweizerischen Paraplegiker-Zentrum zu Basel eine irreversible Lähmung der Arme und Beine diagnostizierten.

I. Erschütterung des Selbstwertgefühls

Nach der Mobilisation und der damit verbundenen wiedererlangten Fähigkeit, mit dem Rollstuhl eine räumliche…

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