From the magazine Pflegerecht 2/2016 | S. 105-107 The following page is 105

Wirtschaftlichkeitsgebot als indirekter «Heimzwang»?

I. Einleitung

Der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit im Sinne von Art. 32 KVG besagt, dass im Fall, wenn der Behandlungszweck durch verschiedene geeignete Massnahmen erreicht werden kann, nur die Kosten der günstigeren Leistung übernommen werden müssen.1 In Bezug auf pflegebedürftige Personen, die in medizinischer Hinsicht sowohl zu Hause als auch in einem Heim betreut und gepflegt werden können, kann dies problematisch werden. Erfahrungsgemäss ist Hauspflege (insgesamt) kostengünstiger als Heimpflege, doch ist es möglich, dass eine Langzeit- oder Intensivpflege im Rahmen einer Spitex-Betreuung mit täglichen Gesamtkosten verbunden ist, die höher ausfallen als die Pflegetaxe im Pflegeheim.2 Eine drohende Leistungsverweigerung (bzw. eine Beschränkung auf die Erstattung der Heimkosten) bedeutete für den pflegebedürftigen Versicherten in diesem Fall oft: entweder Heim oder nicht genügend Geld für die Hauspflege.3 In gewissen Pflegesituationen kann dies zu einem indirekten Heimzwang…

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